Aegisub öffnen, Video und dessen Tonspur laden und wie bei den normales Subs den Songtext zeilenweise eintragen, jede Zeile 2mal, einmal für den japanischen Text und einmal für die deutsche Übersetzung. Wer nur bei diesem Schritt bleibt, kann die Zeit am Anfang etwas vorschieben, damit die Leser nicht blitzschnell reagieren müssen, das heißt falls die Zeile vorher dir Platz lässt (Überlagerungen sollte man vermeiden). Wer auch die anderen Schritte macht, kann dieses 'Vorrücken' auch mit der später beschriebenen Retime-Funktion erstellen.

Jetzt fangen wir mit der ersten Zeile an. Wir hören uns sie in dem Audio-Bereich an und überprüfen ob der Sänger irgendwo darin eine Pause einlegt, seine Stimme nicht zu hören ist. Um die Pause zu markieren setzt man einfach an der passenden Stelle einen Punkt. Falls ihr im vorrigen Schritt den Anfang etwas vorgezogen habt, setzt auch einen Punkt am Anfang der Zeile. Am Ende habt ihr dann sowas:
text der zeile
Jetzt kommt wie früher der Style. Im Style-Editor zwei neue Erschaffen: einen für den japanischen und einen für den deutschen Text. Für jeden Font, Fontgröße und Farben raussuchen. Hier kommt auch die Sekundärfarbe zum Einsatz Die Silben stehen vor ihrem Einsatz in der Sekundärfarbe, und wenn ihre Zeit kommt, wechselt diese zu primär. Für actionreiche Intros sollte man eckige, stylige Fonts nehmen, für romantische irgendwelche Fonts in Schönschrift, und für kindischere Songs entsprechend quirlige, lustige Fonts. Für den japanischen Text geht jeder Font, für den deutschen Text muss es einer sein der auch Umlaute hat (unten rechts im Edit-Fenster des Style-Editors kann man paar Umlaute eingeben, so dass man beim durchschalten der Fonts sieht welche davon Umlaute haben).

Die deutschen Zeilen lassen wir in einem Stück, aber die japanischen zerstückeln wir mit Leerzeichen in Silben. Dafür ist die japanische Sprache ideal. Vielleicht macht sie es den Japanern schwer Fremdsprachen richtig auszusprechen, aber für Karaoke ist sie wie geschaffen.
zerstückelter text
Das selbe machen wir auch mit den anderen Zeilen. Wenn das erledigt ist, klicken wir wieder die erste japanische Zeile an und aktivieren im Audio-Bereich von Aegisub das Karaoke-Feld. Und schon wird der ganze Zeitabschnitt in der Grafik gleichmäßig auf jede Silbe aufgeteilt (oder auch Punkt). Rechts vom Karaoke-Feld erscheinen die ganzen Silben aufgereiht, zum Anklicken bereit. Mit den Reglern rechts von der Audio-Grafik strecken wir die Zeile vertikal und horizontal, aber nur soweit sie nicht über die Grenzen hinausgehen.

Da die Zeiteinteilung kaum passend sein wird, geht man jetzt eine Silbe nach der anderen durch. In den Silbenfeldern in der Reihe mit dem Karaoke-Feld klicken wir das erste Feld an. Die dazugehörende Zeiteinteilung in der Grafik wird hell. Mit der blau-eingeklammerten Play-Taste kann man sich nur diesen Teil anhören. Man verändert die Dauer einfach indem man die Grenzlinien angeklickt hält und nach links oder rechts zieht. Wenn diese Silbe perfekt ist, klickt man unter der Grafik auf die nächste und fummelt sich so durch die ganze Zeile durch. Am Ende geht man in das Texteingabe-Feld und mit einem Enter wird diese Zeiteinteilung unten in die Zeile durchgegeben. Vergisst man das Enter bevor man zur nächsten Zeile wechselt, kann man die Zeile neu machen.

Tip: Wenn die späteren Silben-Grenzen beim Verschieben stören, einfach die aktuelle Silbe verlängern. Statt ihrem {\k15} tippt ihr im Text-Fenster einfach {\k60} ein, und schon verschieben sich alle späteren Zeilen nach hinten. So habt ihr genug Platz zum Herumschieben. Passt nur auf, dass das Ende der letzten Silbe nicht über die Zeilendauer hinausgeht.

Hat man so alle Zeilen getimt, geht man sie wieder alle durch und entfernt die Leerzeichen zwischen den Silben die zusammengehören. Genauso entfernen wir auch die Punkte, die wir für die Pausen eingesetzt haben.

Will man mit der nächsten Stufe weitermachen, bricht man hier ab und macht dort weiter. Wenn nicht, positioniert man noch die Zeilen durch. Alle japanischen Zeilen werden üblicherweise oben im Bildschirm positioniert, und die deutschen unten. Ist man so alle Zeilen durchgegangen, ist man mit Karaoke Stufe 1 fertig.

Was man noch verändern kann ist mit Search und Replace das \k durch \kf zu ersetzen, was die Silben dann nicht im Stück die Farbe verändern lässt, sondern gleichmäßig während ihrer ganzen Dauer.


Weitere Tipps:

a) Wenn ihr ein Intro/Outro subbt, den ihr in mehreren Folgen einsetzen wollt, rate ich euch mit Nandub nur diesen Song aus irgendeiner Folge rauszuschneiden. Wenn ihr dann diesen losen Song gesubbt habt, könnt ihr jede neue Folge in Nandub packen, zum ersten Bild des dortigen Songs vorspulen, die Zeit ablesen und dann deinen Sub um diese Zeit mit Timing->Shift Times verschieben damit es zu dieser Folge passt. b) Wenn man den Anfang der ersten Silbe vorziehen möchte, muss man das Karaoke-Feld ausschalten und so die ganze Zeilendauer verändern. Danach klickt man wieder auf Karaoke und macht weiter. Dasselbe gilt wenn man das Ende der letzten Silbe nach hinten schieben will.
c) Will man irgendwo eine Silbe aufteilen, zwei zusammenfügen, oder eine neue dazwischen schieben, gibt es dafür keine Tasten, man macht es per Hand im Textfeld:
c1) Will man eine trennen, z.Bsp. {\k35}kore, schreibt man es um in {\k20}ko {\k15}re um. Die Zeiten in den neuen Klammern sind egal, man kann sie wieder im Graphen anpassen. Das wichtige ist nur dass die zwei Zahlen zusammen die alte ergeben 20+15=35.
c2) Das Zusammenfügen funktioniert genauso, nur rückwärts, die zwei alten Zahlen ergeben die neue.
c3) will man ein neues dazwischenfügen, geht es ähnlich wie beim aufteilen. Die Silbe danach teilt man in zwei Silben auf. Man muss nur noch zwischen den einzelnen Silben das Leerzeichen entfernen um die Wörter zusammenzufügen, z.Bsp: {\k20}ko {\15}re wird zum {\k20}ko{\k15}re. Vergisst man das, wundert man sich später warumdie Silben so weit ausseinander stehen. Dafür haben wir ja vor dem zerstückeln eine Kopie angelegt, die wir jetzt öffnen können um zu sehen welche Silben zusammengehören, oder man pausiert immer das Video mit engl. Untertiteln von Zeile zu Zeile. Außerdem nicht vergessen die Pausen-Punkte zu löschen, aber nur die Punkte, und nicht die dazugehörende {\k..} Tags.